Blick hinter die Kulissen der Museen Muttenz: Neues aus der Museumsarbeit
Nach den Sommerferien geht es nun wieder los mit der Museumsarbeit: Der Förderverein Museen Muttenz investiert viele ehrenamtliche Arbeitsstunden in die Museumssammlungen und regelmässig erfolgt auch ein finanzieller Beitrag für die Ausstellungen im Ortsmuseum. In diesem Jahr wurden spezielle Museumsstühle finanziert, die wir gerne am letzten August-Sonntag durch unsere Gäste einweihen lassen. Es sind extra leichte, aber trotzdem stabile Klappstühle. Sie eignen sich zusammengeklappt sowohl als Gehhilfe, aber hauptsächlich als transportable Sitzgelegenheit, wenn man z.B. alle Infotafeln genau studieren will oder in der Jauslin-Sammlung ein Bild ausführlicher betrachtet. Ein herzliches Unser Dankeschön geht daher einmal mehr an die Mitglieder des Fördervereins Museen Muttenz.
Treue Gäste unserer jährlichen Adventsfenster-Ausstellung im Bauernhausmuseum erinnern sich bestimmt noch an unsere Schaufensterpuppen, die in unterschiedlichen Verkleidungen jeweils Auftritte hatten. Schon seit vielen Jahren warten diese bald 100-jährigen «Modepuppen» aus dem Hause Weller auf ihre Inventarisierung. Die recht beweglichen Puppenkörper haben durch die jahrzehntelange Lagerung auf dem Estrich des Ortsmuseums äusserlich leider stark gelitten, denn der Filzüberzug hat unzähligen Mottengenerationen als Kinderstube gedient. Trotzdem machen sie angezogen noch eine gute Figur. Die 12 Köpfe der Puppen sind auswechselbar und nur auf die Körper aufgesteckt. Die Nacken- und Brustpartie besteht aus etwas dickerem Karton und ist daher ziemlich brüchig. Uns stellte sich schon lange die Frage, wie man die Köpfe jeweils einzeln von allen Seiten speditiv fotografieren kann, ohne sie für jede Vierteldrehung wieder auf dem Fototisch neu ausrichten und die Kamera neu justieren zu müssen? Bei einem Brainstorming im Depot entwickelte sich grob eine Idee, die dann bei einem Nachtessen im Restaurant Schlüssel verfeinert wurde. Die dort als Deko aufgestellten Magnumflaschen würden sich als provisorische Ständer möglicherweise gut eignen. Nach einem kurzen Gespräch mit der Wirtin schenkte sie uns eine der Flaschen – herzlichen Dank dafür. Jetzt müsste sich die Flasche nur noch leicht drehen lassen und so gesellte sich später eine IKEA-Holzplatte mit Drehfuss dazu. Der kurze Probelauf am nächsten Tag verlief zur vollen Zufriedenheit. Bald werden nun also auch diese historischen Objekte, wie auf einem Karussell mit Stativ und gleicher Kameraeinstellung speditiv rundum fotografiert. Danach müssen die Bildausschnitte nur noch für die Datenbank zugeschnitten und die Bildauflösung angepasst werden. Und wieder haben wir ein über viele Jahre mitgeschlepptes arbeitstechnisches Dokumentationsproblem gelöst.
Auch im Depot Geispel wird aktuell eine langjährige Pendenz abgearbeitet. Ruedi Bürgin hat sich dazu Unterstützung von Werner Näf, einem pensionierten Schreinermeister, geholt. Die beiden entwickeln und bauen ein tragfähiges Regal, auf dem die rund 100 Feierabendziegel aus der Sammlung Waldburger optimal präsentiert und gleichzeitig platzsparend und objektschonend versorgt werden können. Die bisherige mehrschichtige Lagerung auf Paletten war für die teils über 300-jährigen Ziegel nicht geeignet und blockierte in der Fläche den Platz von zwei Holzpaletten.
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Besuchen Sie auf dem Weg zu den Museen auch die neuen Infotafeln «Muttenz erzählt» mit den spannenden Hörspielen. Eine Tafel steht direkt vor dem Bauernhaus. Das Ortsmuseum ist am Sonntag, 30. August zwischen 14 – 17 Uhr geöffnet. Zu sehen ist die erweiterte historische Fotoschau und die Dauerausstellung zur geschichtlichen Entwicklung von Muttenz und der Siedlungsgenossenschaft Freidorf. Zur Unterhaltung stehen ein Ratespiel, Kopien historischer Tischspiele und das Muttenz Memory für Jung und Alt bereit. Auch Filme zu Ausstellungen und der Arbeit der Arbeitsgruppe Museen Muttenz sind in beiden Museen zu sehen. |