Blick hinter die Kulissen der Museen Muttenz: Nostalgischer Rückblick auf Arbeitstage im Bauernhausmuseum
Lang, lang ist es her, als die ersten Arbeitstage im Bauernhausmuseum stattgefunden haben. In den 1980er und 90er-Jahren fanden sie oft im Frühsommer und im Herbst statt. Die Gäste kamen, auch ohne grosse Werbung, aus dem ganzen Dorf und gar von weiter her zu diesen Aktionstagen. Im Dorf war es quasi Ehrensache, dass man da vorbeischaute, denn sehr viele Familien hatten Geräte aus ihrem persönlichen Besitz für die Einrichtung des Bauernhausmuseums und den Aufbau der Sammlung beigesteuert.
Wissensvermittlung zu historischen Arbeiten war vor 40 Jahren aber nicht so nötig wie heute, das Meiste war im Alltag noch irgendwo präsent. Es war das gemeinsame Erlebnis, das Fachsimpeln und die Gespräche, auf die man sich freute, denn so viele Events wie heute, gab es damals noch nicht im Muttenzer Jahreslauf.
Jedenfalls war es für die damalige Museumskommission einfacher, ein passendes Arbeitsthema zu finden. Schafschur, Metzgen oder das Wursten beispielsweise waren Aktionen, die heute wegen strenger Tierschutz- und Hygienevorschriften so nicht mehr im Freien und mitten im Oberdorf durchgeführt werden dürften. Die Themenfindung wird auch schwieriger, weil inzwischen das Durchschnittsalter der amtierenden Museumsleute zu hoch ist, um wie noch vor 10 Jahren die schweren Waschkessel und Holzzuber aus der Ausstellung von der Schopfbühne auf den Vorplatz herunter zu wuchten. Daher beschränken wir uns nur noch auf «Suurchrutt- und Suurrüebe-Ymache» und natürlich das Mosten mit der traditionellen Trotte. Natürlich wird auch Joggi seine legendären Rahmdääfeli vor Ort frisch zubereiten. Wie jedes Jahr sind, neben der Unterstützung durch Fördervereinsmitglieder, spezielle externe Mitwirkende dabei. In diesem Jahr zeigen sie als Spezialhandwerk das Filzen und Korben.
Wie bereits bekannt geworden ist, tritt Ende nächstes Jahr die Arbeitsgruppe Museen ab. Deshalb wird nach über 40 Jahren in diesem Oktober wohl der letzte Arbeitstag in traditioneller Art und Weise stattfinden. Sollte es im Herbst 2027 doch nochmal einen Arbeitstag geben, sind das «Suurchrutt» und die «Suurrüebe» vermutlich nicht mehr dabei. Die müssten nämlich anschliessend den ganzen Herbst und Winter über gepflegt werden, bis sie genussfertig sind. Und wer sollte das fachgerecht und regelmässig übernehmen wollen?
Gross und Klein, Alt und Jung, sind also noch einmal herzlich eingeladen, uns am 10. Oktober ab 14 Uhr beim Bauernhausmuseum im Oberdorf zu besuchen und nach Lust und Laune auch selber Hand anzulegen. Wer sich für den letzten Bauernhaus- resp. Backsonntag der diesjährigen Saison am 25. Oktober noch ein Bauernbrot oder einen Zopf sichern möchte, gibt am besten die Bestellung am Arbeitstag ab. So kann unser Backteam genügend Material einkaufen, damit Brote und Zöpfe für alle reichen.
|
Das Bauernhausmuseum öffnet am Sonntag, 26. September. Folgen Sie einfach ab 10 Uhr dem Brotduft im Oberdorf – «es het solangs het». Bis gegen 17 Uhr haben Sie auch die Möglichkeit in das bäuerliche Leben um 1900 einzutauchen und sich die historischen Filme zur ländlichen Arbeit anzuschauen. Auch die «Plättli» oder eine «Wääie» in der «Bäsebeiz zum Tschuppeldäni» sind nicht zu verachten. Besuchen Sie auf dem Weg zu den Museen auch die neuen Infotafeln «Muttenz erzählt» mit den spannenden Hörspielen. Eine Tafel steht direkt vor dem Bauernhausmuseum und erzählt die Geschichte der früheren Bewohner/innen. Das Ortsmuseum ist am Sonntag, 26. September zwischen 14 – 17 Uhr geöffnet. Zu sehen ist die historische Fotoschau und die Dauerausstellung zur geschichtlichen Entwicklung von Muttenz und der Siedlungsgenossenschaft Freidorf. Zur Unterhaltung stehen ein Ratespiel, Kopien historischer Tischspiele und das Muttenz Memory für Jung und Alt bereit. Auch verschiedene Filme zu Ausstellungen und der Arbeit der Arbeitsgruppe Museen Muttenz sind in beiden Museen zu sehen. |