Blick hinter die Kulissen der Museen Muttenz: Saisoneröffnung im Bauernhausmuseum

17. April 2026
Barbara Rebmann

Endlich steht die Bauernhaussaison wieder vor der Türe. Das ganze Gebäude wurde von hinten nach vorne und von oben nach unten herausgeputzt. Myrtha Seiler hat wie jedes Jahr Vorhänge, Bettbezüge und die historischen Nachthemden frisch gewaschen. Gross unterstützt haben uns auch dieses Jahr wieder die treuen Mitglieder des Fördervereins Museen Muttenz. Sie wissen nach rund 10 Jahren Einsatz, wo mit dem Besen gewischt werden darf und wo nur Staubsauger oder «Fluumer» zum Einsatz kommen. Und – was ganz wichtig ist - sie kennen inzwischen den Unterschied zwischen den als Deko drapierten Hobelspänen in der Werkstatt und den sonstigen herumliegenden Resten unserer Wintergäste, die entsorgt werden können.

Nötig war das Putzen auch, weil im Sommer 2025 eine Füchsin ihre Jungen auf der Schopfbühne aufgezogen hat. Die Gäste der damaligen Kabarettvorstellung erinnern sich sicher noch an das «Abwehrparfüm» der Fuchsmutter. Glücklicherweise war damals der Trubel rund um die beiden Vorstellungen den Tieren zu viel und sie bezogen irgendwo eine andere ruhigere Kinderstube. Bis Ende der Sommersaison hatten wir dann Ruhe oder besser gesagt, dank des stetigen Durchzuges im Ökonomietrakt, wieder das normale Raumparfüm. Nach einem guten Monat der Winterruhe im Bauernhaus, hörten wir aber bei den Vorbereitungen für das Adventsfenster wieder das Rascheln im Stroh, dieses Mal auf der Oberte (Obertenn). Möglicherweise war es eines der Jungtiere, das in seine Kinderstube zurückgekehrt war. Beim Kontrollgang durchs Haus fanden wir dann auch den Zugang durch die offene Lättliwand der Schopfbühne. Den hat sich das Jungtier offensichtlich vergrössert, indem es die Holzpfähle und Latten angenagt hat.

Bereits Tage vor dem Grossputz waren neben dem üblichen und schon dazugehörenden Marderdreck dieses Mal auch Fuchsspuren in allen möglichen Ecken der offenen Schopfbühne und sogar im Scheunendurchgang gefunden worden. Früher war das vermutlich Alltag für Bewohner eines solchen Kleinbauernhauses. Die offenen Lättliwände und die fehlende Dachisolierung boten ja genügend Möglichkeiten zum Durchschlüpfen. Für uns «verzivilisierte», moderne Menschen ist das eher eklig und vorallem unhygienisch wegen allen möglichen Krankheitserregern. Aber nun ist alles wieder sauber und die Gäste können sich sicher im ganzen Haus bewegen.

Das Bauernhausmuseum öffnet wieder am Sonntag, 26. April. Folgen Sie einfach ab 10 Uhr dem Duft des frischen «Holzofebrots» im Oberdorf – «es het solangs het». Bis gegen 17 Uhr haben Sie auch noch die Möglichkeit in das bäuerliche Leben um 1900 einzutauchen und sich ein «Plättli» oder eine «Wääie» in der «Bäsebeiz zum Tschuppeldäni» zu genehmigen.

Das Ortsmuseum ist am Sonntag, 26. April zwischen 14 – 17 Uhr geöffnet. Neu eingerichtet ist die historische Fotoschau, die nun gezielt nach Themen durchsucht werden kann. In der Dauerausstellung sind neben der geschichtlichen Entwicklung von Muttenz und der Siedlungsgenossenschaft Freidorf, unsere Sonderausstellung und das Video «es ward Licht» zu sehen, dazu auch die Filme zu Ausstellungen und der Arbeit der Arbeitsgruppe Museen Muttenz. Auch ein Teil des umfangreichen Nachlasses des Muttenzer Historienmalers Karl Jauslin mit den speziellen Geschichts- und Fasnachtsillustrationen ist ausgestellt. Zur Unterhaltung stehen ein Ratespiel, Kopien historischer Tischspiele und das Muttenz Memory für Jung und Alt bereit.

 

Die Putzmannschaft beim wohlverdienten Umtrunk
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