Blick hinter die Kulissen der Museen Muttenz: aktuelle Sammlungsstatistik

18. März 2026
Barbara Rebmann

Immer wieder kamen in den frühen Museumsjahren Objekte in die Sammlung, die mit einem Ausstellungszwang verbunden waren. Zum ersten Mal passierte das bereits in den 1940ern mit dem über 5000 Einzelteile umfassenden Jauslin-Nachlass. Er war testamentarisch der Einwohnergemeinde vererbt worden unter der Bedingung, dass die Werke unbedingt öffentlich gezeigt werden mussten. Die Annahme des Nachlasses «nötigte» die Gemeinde also bereits in den 1940er Jahren über ein Museum nachzudenken. Es dauerte aber noch Jahrzehnte bis zur Eröffnung des Ortsmuseums im Jahr 1972, wo der Nachlass endlich dauerhaft präsentiert werden konnte. Seit 2008 werden Objekte aber nur noch ohne Ausstellungszwang und zur freien Verfügung der Museen übernommen. Auch Dauerleihgaben ausserhalb von befristeten Sonderausstellungen, die nach vielen Jahren der zeitaufwändigen Objektpflege wieder zurückgegeben werden müssen, wurden im Sammlungskonzept ausgeschlossen. Lieber verzichten wir dann.

Wie das Verhältnis von ausgestellten und nicht ausgestellten Sammlungsobjekten in den Museen aussieht, erläutert die einfache Grafik, die auf einem schematischen Eisberg beruht. Der gesamte Eisberg umfasst unsere Ende 2025 rund 16800 dokumentierten Objekte. Über dem Wasser sind die aktuell 1050 ausgestellten Objekte erkennbar, also gute 6 % der Sammlung. Der Rest liegt unsichtbar unter Wasser resp. in unseren beiden Depots.

Detailliert heisst das, 727 Objekte zum bäuerlichen Leben um 1900 sind permanent im Bauernhausmuseum ausgestellt. Im Ortsmuseum finden wir zur Dorf- und Siedlungsgeschichte 142 eigene Objekte oder Fotos und im Karl Jauslin-Saal zeigen wir insgesamt 181 ausgewählte Einzelstücke aus dem ganzen Nachlass.

Im Depot Donnerbaum lagern 6324 registrierte Objekte aus dem dörflichen Leben, dazu im dortigen Gemäldedepot 158 grossformatige gerahmte Bilder und Fotos. Im Depot Geispel lagern aktuell 1009 Objekte.

Wie in allen grossen Museen ist also auch bei uns nur ein Bruchteil aller Sammlungsobjekte ausgestellt. Am Arbeitstag im Oktober oder in den Themenfenstern der Adventsstube im Bauernhausmuseum versuchen wir immer wieder zusätzliche Objekte ins «Rampenlicht» zu holen. Dieses Jahr waren es 45 von unseren 180 registrierten Lichtquellen.

Grob gerechnet, die Zahl steigt immer noch um mehrere hundert Inventarnummern jährlich, sind die Museen Muttenz aktuell im Besitz von rund 9200 Objekten aus dem dörflichen Leben von Muttenz bis zurück in Zeiten vor fast 200 Jahren. Bei den Fotos gibt es insgesamt 3134 erfasste historische Motive, dazu 514 Stimmungsbilder von Veranstaltungen der Arbeitsgruppe wie Stubede, Arbeitstag, Vernissagen usw. und 172 Dokumentationen ehemaliger Ausstellungen im Ortsmuseum. Mit 4500 Schnappschüssen sind auch die Arbeiten hinter den Kulissen der letzten 20 Jahre dokumentiert, aber nicht in der Datenbank erfasst.

Dank der Sammlungsdatenbank gehen wir in diesem Meer an Objekten nicht unter. Wir wissen genau wie die Objekte aussehen, kennen die Abmessungen und den Zustand sowie den aktuellen Standort. Zudem sind auch Herkunfts- und Eingangsdaten und weiterreichende Informationen festgehalten. Die daraus im Kulturgüterportal präsentierten Muttenzer Objekte ermöglichen es nun immer öfters auch externen Institutionen zügig die idealen Objekte für Ausstellungen oder Publikationen zu finden. Wie bereits berichtet, wird dieses Angebot auch rege genutzt und so können wir das kulturelle Gedächtnis von Muttenz lebendig erhalten. Das erfüllt uns doch mit Stolz.

Das Bauernhausmuseum öffnet wieder am 26. April.

Das Ortsmuseum ist am Sonntag, 29. März zwischen 14 – 17 Uhr geöffnet. Neu eingerichtet ist die historische Fotoschau, die nun nach wählbaren Themen durchsucht werden kann. Gezeigt wird, neben der geschichtlichen Dauerausstellung, unsere Sonderausstellung und das Video «es ward Licht», dazu auch die Filme zu Ausstellungen und der Arbeit der Arbeitsgruppe Museen Muttenz. Zu sehen ist auch ein Teil des umfangreichen Nachlasses des Muttenzer Historienmalers Karl Jauslin mit den speziellen Fasnachtsillustrationen aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Zur Unterhaltung stehen ein Ratespiel, Kopien historischer Tischspiele und das Muttenz Memory für Jung und Alt bereit.

Eisberg
Der Sammlungs-Eisberg (Quelle: Internet).
Sammelsurium
Früheste Sammlungssystematik «Sammelsurium auf Haufen»!
Anno 2007 Sammlungssystematik immer noch «kreatives Chaos im Umbruch».
Heute herrscht Ordnung wie hier in der Haushaltabteilung im Depot Donnerbaum.
Depot Geispel
Auch im Geispel warten nur noch wenige Objekte auf die definitive Lagerung.

 

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