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Deponie Margelacker: Gemeinde leitet Überwachungsmassnahmen ein

Interview mit Gemeinderätin Heidi Schaub, Departement Umwelt und Sicherheit

Die Gemeinde Muttenz wird in den nächsten Tagen auf dem Gelände der ehemaligen Deponie Margelacker damit beginnen, die Grundwasserqualität zu überwachen. Diese Massnahme ist Bestandteil eines umfassenden Konzepts. Gemeinderätin Heidi Schaub, Vorsteherin des Departements Umwelt und Sicherheit, will so rasch wie möglich definitiv geklärt haben, was mit den drei Muttenzer Deponien in Zukunft passiert. Im Interview erläutert sie, um was es bei der Grundwasserüberwachung geht.

Weshalb muss die Deponie Margelacker überwacht werden?
Das Grundwasser wird durch Stoffe aus der Deponie verunreinigt. Dies wissen wir aus Voruntersuchungen bereits. Das Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) des Kantons Baselland hat deshalb die Deponie Margelacker als überwachungsbedürftigen belasteten Standort beurteilt. Ziel der jetzt eingeleiteten Grundwasserüberwachung ist, Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Nur so sind wir in der Lage, nötigenfalls weitergehende Massnahmen ergreifen zu können. Grundsätzlich soll die Grundwasserüberwachung auch dazu dienen, früher oder später einen definitiven Entscheid über die Sanierungsbedürftigkeit der Deponie Margelacker zu fällen.

Die Überwachung dauert von 2010 bis 2012. Was beinhaltet sie alles?
Im Abstand von 9 Monaten werden Wasserproben genommen und im Labor analysiert. Dabei werden dieselben analytischen Programme und Methoden angewendet wie bereits bei den Voruntersuchungen. So lassen sich die Ergebnisse auch miteinander vergleichen. Die Ergebnisse werden nach jeder Messkampagne von einem spezialisierten Unternehmen ausgewertet und dem AUE zur Verfügung gestellt.

Was geschieht, wenn Grenzwerte überschritten werden?
Das Überwachungskonzept beinhaltet Bewertungskriterien und Handlungsszenarien. Wenn nun neue Substanzen auftreten oder deutlich erhöhte Mengen festgestellt werden, wird zuerst eine Wiederholungsmessung durchgeführt. Bei einer Bestätigung der Ergebnisse werden weitergehende Massnahmen zu treffen sein, die zusammen mit dem AUE festgelegt werden.

Wie geht es nach 2012 weiter?
Wir werden nach drei Jahren das AUE auffordern, den Standort Margelacker neu zu beurteilen. Als zusätzliche Beurteilungsgrundlage werden dann hoffentlich auch die vom AUE in Auftrag gegebenen Abklärungen zu den zahlreichen unbekannten Stoffen im Grundwasser vorliegen.

Woher stammen die unbekannten Stoffe?
Es ist naheliegend, dass diese Stoffe auch aus der Deponie stammen. Die Palette der vor Jahrzehnten eingelagerten chemischen Substanzen ist riesig. Es liegt eine von der chemischen Industrie erarbeitete Stoffliste vor, die über 5000 organische Substanzen beinhaltet.

Bedeutet die Vorfinanzierung der Überwachung durch die Gemeinde, dass sie ein finanzielles Risiko trägt?
Nein, aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse zur Geschichte der Deponie Margelacker werden sich gemäss Umweltschutzgesetzgebung alle beteiligten Verursacher wie Grundeigentümer, Deponiebetreiber und Abfallerzeuger an den altlastenrechtlich notwendigen Massnahmen beteiligen müssen. Falls der Runde Tisch sich nicht über den Kostenteiler einigt, kann die Einwohnergemeinde den Erlass einer Kostenteilungsverfügung verlangen.

Was genau versteht der Gemeinderat Muttenz unter der abschliessenden Lösung für die drei Deponiestandorte?
Wir streben für alle drei Standorte an, dass sie aus dem kantonalen Kataster der belasteten Standorte gestrichen werden. Damit dies möglich wird, müssen die vorhandenen langlebigen Chemikalien mit geeigneten Massnahmen entfernt werden. Es darf nicht sein, das der jetzige Gemeinderat mit dem heutigen Wissenstand der nachfolgenden Generation die Verantwortung für eine Langzeitüberwachung überbürdet.
Heidi Schaub
Heidi Schaub

Dokument Interview_mit_Gemeinderatin_Heidi_Schaub.pdf (pdf, 24.3 kB)


Datum der Neuigkeit 21. Jan. 2010
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