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Hinter den Kulissen der Museen Muttenz: Ausbildung in Museumsarbeit

Die Museen Muttenz sind seit vielen Jahren Mitglied im Verband der Museen der Schweiz (VMS). Dieser Verband ist besorgt, allen Museen mit Empfehlungen und fachspezifischen Ausbildungsangeboten zur Seite zu stehen. Der VMS selber ist wiederum Mitglied im Internationalen Museumsrat ICOM. Dieser legt weltweit gültige Standards für alle möglichen Bereiche von Sammlungs- und Museumsarbeit fest. Sie sollen gewährleisten, dass sich Museumsleute weltweit an die gleichen Grundlagen und Regeln halten und vor allem in der gleichen Terminologie reden.

Seit letztem Sommer nimmt Myrtha Seiler am eineinhalbjährigen „Grundkurs Museumspraxis“ teil, den der VMS seit etwa 20 Jahren anbietet. Sie absolviert damit eine fachspezifische Ausbildung, die sie auf die vielfältigen Arbeiten in einem Museum und seinen Sammlungen vorbereitet. Gleichzeitig wird unter den Kursteilnehmenden und den Fachleuten ein Netzwerk aufgebaut, das bei künftigen Problemen Hilfe bieten kann. Der Kurs setzt die aktive Mitarbeit aller Teilnehmenden und das Einbringen von eigenen Erfahrungen aus praktischer Museumsarbeit voraus. Nur so kann eine fruchtbare Diskussion zwischen Kursteilnehmenden und Dozent/innen entstehen.

Diese anspruchsvolle und recht teure Ausbildung ist heute Voraussetzung für die Mitgliedschaft in der Arbeitsgruppe Museen Muttenz. Bevor jedoch der VMS-Kurs besucht werden darf, sollte eine etwa einjährige „Probezeit“ in den Muttenzer Sammlungen absolviert werden. In dieser Zeit zeigt sich dann, ob tatsächlich genügend Interesse für diese Ausbildung und vor allem für eine langjährige, weitgehend ehrenamtliche Mitarbeit vorhanden ist. Denn die richtige Museumsarbeit findet hauptsächlich in aller Stille in den Depots statt und nicht in der Öffentlichkeit.

Jeder Kurstag findet in einem anderen grossen Museum der Schweiz statt mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten. Ausgewiesene Fachleute unterrichten Themen aus ihrem eigenen Arbeitsgebiet wie z.B. Organisation und Budgetierung von Ausstellungen, Ausstellungstechnik, Führungen, Öffentlichkeitsarbeit, Sammlungspolitik usw. Dazu werden die theoretischen Ausführungen durch praktische Übungen weiter vertieft.

Beim Thema „Sammlungsarbeit“ geht es u.a. um Materialkunde, Arbeitstechniken, Klimabedingungen und Schädlinge. Die verschiedenen Sammlungsbereiche bedingen unzählige differenzierte Lagermethoden je nach Material, Zustand und Form der Objekte. Diese können am Kurstag in der Idealversion in einem professionell geführten Fachmuseum kennengelernt werden. Es werden aber auch pragmatische Lösungen für kleinere und finanzschwächere Museen aufgezeigt. Unsere beiden Mitglieder Hildegard Gantner und Barbara Rebmann haben mehrere Male im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit über Grafiken und über historische Bildträger (Fotos etc.) referiert.

Ein wichtiges Kursthema ist auch das Inventarisieren und Dokumentieren von Objekten. Es wird bewusst gemacht, dass die Informationen über ein Objekt ebenso wichtig sind wie das gute Stück selber. Je mehr Daten und Geschichten über das soziale Umfeld und den früheren Umgang mit dem heutigen Museumsobjekt bekannt sind, desto lebendiger und wertvoller wird es für die Zukunft sein. Heute gilt: man bestückt nicht mehr ein möglichst vielfältiges Kuriositätenkabinett, sondern sammelt nach vorgegebenen Kriterien und dokumentiert möglichst umfassend. Dies gilt sowohl für grosse, professionell geführte Museen wie auch für die kleineren – also auch für unser Orts- und unser Bauernhausmuseum. Vor wenigen Jahren hat die Arbeitsgruppe Museen deshalb auch ein detailliertes Sammlungskonzept erarbeitet.

Aus dem Besuch des VMS-Kurses 2002/03 resultierte übrigens auch der Muttenzer Museumskoffer. Burkard Lachenmeier hatte in seiner Ausbildung zum Thema Museumspädagogik die Anregung erhalten, solch ein Unterrichtsmittel für die Muttenzer Schulen zu gestalten. Unter seiner Projektleitung entstand der Museumskoffer mit dem Thema „Bäuerlicher Alltag“, welcher dann auch durch einen namhaften Beitrag des Museum.BL mitfinanziert worden war.

Nun warten wir alle darauf, dass die Kurserfahrungen von Myrtha Seiler nicht nur ihrer Textilsammlung zugute kommen. Sicher werden alle Sammlungsbereiche davon profitieren können, denn es gibt immer wieder Neues. In den vergangenen 15 bis 20 Jahren hat sich die Museumswelt nämlich genauso stark verändert und spezialisiert wie sich alle anderen Lebensbereiche rundherum verändert haben. Darum müssen sich auch die „altgedienten“ Mitglieder der Arbeitsgruppe laufend weiterbilden.
Baumwollhandschuhe, säurefreies Seidenpapier, weiche Bleistifte und Spezialklebestreifen
1. Die wichtigsten Utensilien in einem Sammlungsdepot: Baumwollhandschuhe, säurefreies Seidenpapier, weiche Bleistifte und Spezialklebestreifen --- 2. Im Sammlungszentrum des Schweizerischen Landesmuseums lernt Myrtha Seiler ein historisches Gemälde korrekt einzupacken

Datum der Neuigkeit 25. Mai 2009