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Hinter den Kulissen der Museen Muttenz: Bomben über Muttenz

Barbara Rebmann

Nachdem die Arbeitsgruppe Museen (AGM) vor einem Monat die Bauernhaussaison beendet und das ganze Haus eingewintert hat, stehen vor Jahresende noch zwei wichtige Ereignisse bevor. Da wäre mal die traditionelle und fröhliche Eröffnung des Weihnachtsfensters im Bauernhausmuseum im Rahmen des begehbaren Adventskalenders von Muttenz. Sie steht wie jedes Jahr am 6. Dezember um 18 Uhr an. In Anlehnung an den Arbeitstag mit dem Korber/Flechter zeigen wir in diesem Jahr „Flechtwerk“. Wir möchten Sie auch dazu recht herzlich einladen. Das Fenster bleibt geöffnet bis zum Dreikönigstag am 6. Januar 2018. Ein weiteres, aber weniger erfreuliches Ereignis jährt sich dieses Jahr ebenfalls am 6. Dezember zum hundertsten Mal: Es ist der Bombenabwurf über Muttenz während des ersten Weltkrieges. Die AGM hat dazu im Ortsmuseum extra eine Mini-Sonderausstellung vorbereitet, welche am Sonntagnachmittag, 26. November und jeweils am letzten Sonntagnachmittag im Januar bis März 2018 zu sehen ist. Recherchen haben ergeben, dass gegen Ende des 1. Weltkrieges folgendes passiert ist: Im Morgengrauen des Nikolaustages 1917 konnten die Einwohner von Muttenz nicht genau erkennen, was sich ihnen näherte. Es begann kurz vor sieben Uhr mit einem stärker werdenden Brummen das angeblich vom Wartenberg her kam, so sollten die „Basler Nachrichten“ am nächsten Tag berichten. Innert Sekunden erschütterten zwei heftige Explosionen die Gemeinde, woraufhin sich das Brummen wieder entfernte. Druckwellen liessen in der Umgebung des Friedhofs und der Schulstrasse alle Fenster zu Bruch gehen und von den Dächern fielen Ziegelstücke auf Strasse und Gärten. Nach kurzer Suche fand man die Ursache für die erheblichen Sachschäden: Auf dem Friedhof und im gegenüberliegenden Garten Balsiger (heute ca. Mittenza-Parkplatz) taten sich Krater mit fast anderthalb Meter Durchmesser auf. Es wurde schnell klar, dass das gehörte Brummen von Flugzeugpropellern gekommen sein musste und eine Maschine während eines Überfluges offensichtlich Bomben abgeworfen hatte. Etwas schien damals an der Front im Elsass vorzugehen und die Nordwestschweiz drohte in den deutsch-französischen Luftkampf hineingezogen zu werden. So war es für die zeitgenössischen Zeitungen nicht allzu abwegig die Behauptung aufzustellen, der Abwurf von Muttenz sei die Folge eines Luftkampfes zwischen einem deutschen und einem französischen Flugzeug gewesen. Diese These galt tatsächlich als sehr wahrscheinlich, denn Berichte über einen zeitnahen Luftkampf kamen auch aus Gundeldingen bei Basel. Das Bezirksstatthalteramt Arlesheim ermittelte einen Sachschaden von Fr. 3920.25 und der Regierungsrat leitete diese Forderung schon am 11. Dezember ans Politische Departement weiter, zwecks Weitergabe an die französische Regierung. Ende April 1918 beglich diese ohne Murren den eingeforderten Schadensersatz mit einer Zahlung an die Eidgenossenschaft, welche weiter an die Geschädigten ausgezahlt wurde. Damit war auch die Schuldfrage ausreichend geklärt und die Angelegenheit juristisch bereinigt. Auf dem Friedhof selber erinnert nur noch eine Gedenktafel an der Mauer vis-à-vis vom Eingang der alten Aufbahrungshalle an das Ereignis. Zum Gedenken an dieses beängstigende Ereignis vor hundert Jahren zeigt das Ortsmuseum nun den originalen Bombensplitter, der im Garten der Liegenschaft Balsiger geborgen und vor der militärischen Untersuchungskommission versteckt werden konnte. Er fand viele Jahrzehnte später dann den Weg in die Museumssammlung. Das Ereignis ist mit zwei Fotos dokumentiert, die ebenfalls zu sehen sind. Die Sonderschau wird vom letzten November-Sonntag bis zum letzten März-Sonntag zu sehen sein, im Dezember ist das Ortsmuseum geschlossen. Bildlegenden: Oben links: Der Krater im Garten Balsiger Oben rechts: Der Bombenkrater im Friedhof Unten Mitte: Das Bauernhaus-Weihnachtsfenster ist bereit
Nostalgiebilder und Adventsfenster im Bauernhausmuseum
 

Datum der Neuigkeit 14. Nov. 2017