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Hinter den Kulissen der Museen Muttenz: Ein erster Monat mit Karl Jauslin

Im Dezember 2009 hat die Gemeinde einen Kredit zur weiteren Inventarisierung der Karl Jauslin-Sammlung gesprochen. Mit der Aufgabe wurde der Historiker und Kunsthistoriker Peter Habicht betraut. Er arbeitet als freischaffender Stadtführer, Autor und Dozent in Basel. Hier nun seine erste Eindrücke.

Als ich vor knapp zwei Jahren erstmals das Ortsmuseum Muttenz aufsuchte, ahnte ich noch nicht, was für Folgen das haben sollte. Ich war auf der Suche nach einer Illustration zum Erdbeben 1356 für mein Basler Geschichtsbuch („Basel – Mittendrin am Rande“, Christoph Merian Verlag 2008), war auf Karl Jauslin gestossen und hatte mit Hildegard Gantner-Schlee Kontakt aufgenommen. Um es kurz zu machen: aus dem vorgesehenen halben Stündchen wurden drei, wir verstanden uns prächtig. Nun arbeite ich seit dem 1. März halbtags an der Inventarisierung der Sammlung.

Die Arbeit macht mir unglaublich viel Spass. Die Bedingungen könnten besser nicht sein, die Unterstützung durch die Arbeitsgruppe Museen ist phantastisch und täglich mache ich neue, spannende Entdeckungen. Natürlich profitiere ich auch von der langjährigen, äusserst verdienstvollen Arbeit von Hildegard Gantner. Ich bin mir zwar bewusst, dass momentan nicht allzuviele Hähne nach einem Historienmaler des 19. Jahrhunderts krähen. Die Kunstgeschichte ist völlig andere Wege gegangen, ebenso die Geschichtsschreibung. Ich meine jedoch, dass Muttenz mit der Jauslin-Sammlung ein Erbe besitzt, dessen Pflege sich auf jeden Fall lohnt.

Karl Jauslin war einer der populärsten Schweizer Künstler seiner Zeit. Bekannt waren vor allem seine „Bilder zur Schweizergeschichte“, die in kaum einem Haushalt oder Schulzimmer fehlen durften. Als Historiker interessiert mich hier vor allem das Geschichtsbild der Zeit; damals entstanden viele der Mythen zur nationalen Geschichte, die wir heute noch mit uns herumtragen und zu deren Verbreitung auch Jauslin beigetragen hat. Daneben hat Jauslin aber auch unzählige Bücher und Kalender illustriert, hat Fasnachtsumzüge dokumentiert, Festumzüge gestaltet und vieles mehr. Er war ein unermüdlicher Krampfer und vor allem ein überdurchschnittlich begabter Zeichner, der ein liebevolles und durchaus humorvolles Auge fürs Detail hatte.

Wenn beispielsweise, in diesem Festumzug fürs Inselspital und die Armen und Bedürftigen, der Berner Bär rechts unten seinen Arm in der Schlinge trägt, während der andere links einem Bettler eine Münze in den Beutel wirft, so spricht einem das auch heute noch unmittelbar an.

Nun gilt es, solche und andere Schätze zu sichten, einzuordnen, zu photographieren und sie, versehen mit den richtigen Stichwörtern, der Datenbank der Muttenzer Museen einzuverleiben. Das Werk Jauslins soll den Sprung ins digitale Zeitalter schaffen und via Internet einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Ich bin überzeugt, dass der heute beinahe vergessene Künstler, einer der bedeutendsten Muttenzer überhaupt, viele neue Freunde finden wird.
1. Auch diese kleine Pariser Vedute (Malerei einer Stadtansicht)  hat nichts von ihrem Charme verloren. --- 2. Peter Habicht arbeitet mit Laptop und Kamera direkt in  der Jauslin-Ausstellung und sichtet die unzähligen Entwürfe und Vorzeichnungen.
1. Auch diese kleine Pariser Vedute (Malerei einer Stadtansicht) hat nichts von ihrem Charme verloren. --- 2. Peter Habicht arbeitet mit Laptop und Kamera direkt in der Jauslin-Ausstellung und sichtet die unzähligen Entwürfe und Vorzeichnungen.

Datum der Neuigkeit 26. Apr. 2010